19.3.2020 Bericht eines Kollegen aus einem Metallbetrieb

Am Mittwochmittag rief der Meister alle Mitarbeiter der Abteilung zusammen.

Nach dem Produktionsstopp bei den großen Autokonzernen hätte man erwarten können, dass auch bei uns die Produktion stillgelegt wird. Zumal es einige Corona-Verdachtsfälle gab, die ein bis mehrere Tage im Betrieb waren. Stattdessen lässt die Geschäftsleitung einige widersprüchliche Statements ausrichten: Kurzarbeit ab Juni, bitte Stundenkonten abbauen. Jetzt ist aber noch viel Arbeit da, also Vollgas geben und dafür ggf. Stunden aufbauen. Phrasen wie „die Gesundheit der Mitarbeiter steht im Zentrum“ wirken lächerlich und werden auch nur noch im Zusammenhang bzw. Beitrag zur Klassenzusammenarbeit vorgebracht. Als müssen die Arbeiter ihre Gesundheit vor allem schützen, um sich in Krisenzeiten noch besser ausbeuten zu lassen. Über dieses Vorgehen wächst grundsätzliche Kritik und Empörung zusehens. Gleichzeitig muss die Auseinandersetzung weiter gegen eine Unterschätzung der Ansteckungs-Gefahr im Betrieb und für den offensiven Kampf um Schutzmaßnahmen bis hin zum bezahlten Produktionsstopp geführt werden. 

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