Protesterklärung von Renate Schmidt - Kreis-Zollernalb

gegen die Verbotsdrohung der Gedenkfeier in Buchenwald

Renate Schmidt

Kreisverband der MLPD Zollernalb / Baden-Württemberg

 

Albstadt, den 19. Juli 2019

 

an die Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Im Namen des Kreisverbandes Zollernalb der MLPD protestiere ich gegen Ihr Verbot der antifaschistischen Gedenkfeier zu Ehren von Ernst Thälmann. Viele unserer Genossen und Freunde sind seit Jahrzehnten antifaschistisch aktiv und wir erziehen die Jugend in diesem Geiste. Als wir also vor vielen Monaten von der geplanten Gedenkfeier am 17. August hörten, war für uns klar: Da kommen wir, das ist uns eine Ehre!

Übrigens kann ich auch von unserer Seite aus bestätigen: Es war von Anfang an klar und geplant, dass die Wahlkundgebung in Erfurt stattfindet. Niemals war die Rede von Wahlkampf in Buchenwald.

 

Derzeit unterstützen wir auch den Wahlkampf der Internationalistische Liste/MLPD in Weimar und machen auch dort u.a. antifaschistische Aufklärungsarbeit. Natürlich wollten wir auch in Weimar die Menschen zu dieser Gedenkveranstaltung einladen. Müssen wir ihnen jetzt sagen, dass Ihnen als Verantwortliche der Gedenkstätte Buchenwald der Antikommunismus wichtiger ist als der gemeinsame Kampf gegen den Faschismus und das Gedenken an die Opfer des Faschismus?

Im Namen unseres Kreisverbandes fordere ich Sie auf, das Verbot zurückzunehmen. Wir möchten Ernst Thälmann an seinem 75. Todestag gedenken und zwar dort wo er von den Faschisten eingesperrt, gequält und ermordet wurde!

 

Auch persönlich möchte ich Ihnen sagen:

Im Sommer 2009 war ich gemeinsam mit meinem Mann zum ersten Mal in der Gedenkstätte Buchenwald. Wir waren den ganzen Tag dort, schauten uns alles an, nahmen uns viel Zeit, waren lange im Museum, machten eine Führung mit und waren zutiefst beeindruckt und bewegt. Im Rahmen der Führung wurden wir auch an den Platz geführt, an welchem Ernst Thälmann erschossen wurde. Diesen Tag in Buchenwald vergesse ich nie und mir wurde klar wie wichtig solche antifaschistischen Gedenkstätten sind, umso mehr als wir heute eine Rechtsentwicklung von Regierungen, das Befördern von Rassismus, Nationalismus und Faschismus erleben müssen. Ihre Absage der Gedenkveranstaltung und die „Gründe“ dafür sind haarsträubend. Ernst Thälmann würde sich im Grabe rumdrehen.

Bitte überdenken Sie Ihre Entscheidung!

 

Mit freundlichen und antifaschistischen Grüßen

Renate Schmidt

 

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